Bestehen wir bald alle nur noch aus Pixel?

Die |bap| auf der EuroCIS in Düsseldorf

In einer Zeit, in der Freundschaften über Klicks beendet werden und sich der sonntägliche Familientreff via Skype oder Facetime zum Kaffeeklatsch verabredet, scheint sich niemand mehr zu wundern, wenn einem bei der Google-Suche ganz beiläufig rechts im Bild die neuesten Backrezepte präsentiert werden und ein seriös und einladend lächelnder Single zu einer Kontaktplattform einlädt: „Sie suchen neue Freundschaften? Wir kennen Singles in Ihrer Nähe“.

Der gläserne Mensch ist schon lange kein Tabuthema mehr und etliche Soziologen, Philosophen und Intellektuelle haben sich intensiv mit der Thematik befasst. Was aber wäre, wenn Dir bei Deinem nächsten Besuch im Elektrofachhandel tatsächlich eine charmante, elektronische Displayerscheinung exakt das Produkt vorstellt, nach dem Du schon so lange gesucht hast? Natürlich hast Du vorher, ganz bequem in Deinem heimischen Wohnzimmer zwischen Abendessen und dem Spätfilm, einen sauber ausgearbeiteten Online-Fragebogen ausgefüllt und somit Deine Interessen genauestens definiert (solange der Einzelhandel unsere Gedanken noch nicht lesen kann musst Du Dir diese Mühe schon machen). Behagt Dir diese Vorstellung oder stimmt sie Dich eher nachdenklich?

Nahezu 76 Prozent der Deutschen kaufen mittlerweile Waren und Dienstleistungen per Mausklick. Keine leichte Zeit also für den Einzelhandel, dem keine andere Wahl bleibt, als umzurüsten, wenn er dauerhaft bestehen will.

Unsere Smart Mover Ron und Pauline wollten die neuen Trends genauer unter die Lupe nehmen und waren auf der EuroCIS in Düsseldorf, Europas führender Fachmesse für Retail-Technology. Neben innovativen Kassensystemen, neuen Warensicherungen und Bezahlungsmöglichkeiten via App war der virtuelle Point of Sale großes Thema der Messe. So sollen wir zukünftig im Fachgeschäft von einer aus Pixel und Bites bestehenden, künstlichen Intelligenz beraten werden.

Klingt diese Vorstellung wie aus einem Science-Fiction-Film oder wäre das ein wirklich gangbarer Weg, wie wir in Zukunft einkaufen? Warum machen wir uns am Samstagmittag die Mühe und besuchen den überfüllten Elektrofachhandel trotz des so umfangreichen Onlineangebotes? Ist der Hauptgrund nicht die Kommunikation und Interaktion mit einem Menschen, der einen freundlich berät, nach bestem Wissen und Gewissen, und dem wir die Freunde an seiner Arbeit und die Begeisterung für das seinerseits angepriesene Produkt ansehen – ganz oldschool, aber völlig menschlich?

Wir sagen nicht nein, wenn die Digitalisierung ganz im Sinne unserer Bequemlichkeit interaktive Grenzen überschreitet, denn schließlich haben wir uns daran gewöhnt, dass wir als Kunden Könige sind und auf Mausklick alles erhalten was wir wollen, sofort und individuell angepasst. Aber wie passt bei all der Effizienz und digitalen Perfektion der Mensch ins Bild? Der offene Blick eines Verkäufers, der gerne weiterhilft, die intuitive Beratung, der vertraute Handschlag – es stehen menschliches Lächeln, manch spontaner Flirt und die eine oder andere unvorhergesehene, bereichernde Begegnung mit Menschen gegen professionelle Pixel, Computerstimmen und Algorithmen. Wir sind sehr gespannt, wer zukünftig das Rennen macht.

EuroCIS 2015: Vom Online-Shopping-Boom profitieren – der Handel vernetzt sich.
Quelle Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=Bz9IGTSN4GY

P.S. Gemeinsam mit renommierten Handelsexperten und der Öffentlichkeit untersucht eBay seit Anfang 2012 mit dem Projekt „Zukunft des Handels“ langfristige Trends beim Ein- und Verkaufen. Seit einiger Zeit zeichnet sich deutlich ab, dass der Handel an einem Wendepunkt steht: Mobile Technologien lösen die Grenzen zwischen Online- und Offline-Handel zunehmend auf und verändern die Spielregeln im Handel grundlegend. Das Projekt „Zukunft des Handels“ analysiert, welche Auswirkungen dies auf verschiedene Aspekte des Handels hat und welche langfristigen Entwicklungen sich abzeichnen.

Interessante Einblicke zu Verbraucherstandards, Onmichannel uvm.
Quelle: http://www.zukunftdeshandels.de/dasprojekt